Jakob Schürmann

Was ist New Work?

Was ist New Work?

Wer sich mit neuen Arbeitsmethoden beschäftigt, kommt nicht um den Begriff New Work herum. Aber was bedeutet er eigentlich und warum ist New Work so wichtig?

Dass New Work kommt, ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen. In gar nicht mehr so ferner Zukunft, werden alle agil und Hand in Hand zusammenarbeiten. Dafür braucht es Kreativität und die richtige Vernetzung. Für den einen erscheint diese Zukunft noch in weiter Ferne zu sein, spätestens aber seit der Covid-19 Pandemie stecken die meisten von uns voll drin - in der New Work.

An vielen Stellen, an denen wir auf sie treffen, stoßen wir allerdings auf folgendes Problem: Die Zukunft hat die Vergangenheit zwar längst überholt, erhält aber nicht die Maßnahmen und Kapazitäten, die sie so dringend braucht. Stattdessen blockieren noch viele veraltete Räumlichkeiten die Entfaltung von neuer Arbeit. Dabei heißt veraltet nicht, dass sie heruntergekommen sein müssen oder ein gewisses Alter erreicht haben. Es heißt schlichtweg, sie sind optimiert für veraltete Arbeitsformen. Arbeitsformen, die einfach nichtmehr zeitgemäß sind. Die Digitalisierung entreißt ihnen förmlich die Zeit.

Sprechende Hamster

oder der Einfluss der Digitalisierung auf den Arbeitsalltag

Die Digitalisierung beschleunigt unsere Zeit. Sie ist unaufhaltsam und nimmt mit jedem Tag, jeder Woche, jedem Monat und jedem Jahr ungeahnte Ausmaße an. Daher reicht es nicht mehr aus, ein „klassisches“ und analoges Büro zu planen. Unsere Arbeitsplätze müssen agil sein. Das heißt, sie müssen sich zu jeder Zeit, jeder Veränderung anpassen können. Wenn sich ab morgen sprechende Hamster als Ersatz für teaminterne Kommunikation durchsetzen, sind alle Büros mit geschlossenen Räumen schlicht unpraktisch, da die Wege der Hamster durch Wände und verschlossene Türen blockiert werden.

Selbstverständlich würden wir sprechende Hamster niemals als Kommunikationsersatz in Büros einsetzen. Höchstwahrscheinlich würden sie eigene YouTube- und TikTok-Kanäle starten, uns indoktrinieren und langsam, aber sicher, die Weltherrschaft an sich reißen. Ich denke, mein Punkt ist aber klar: Arbeitsplätze und Büros müssen schlichtweg neu gedacht werden, um sich neuen Arbeitsmethoden schnell anpassen zu können.

Wie schnell die Digitalisierung voranschreitet, kommt einem exponentiellen Wachstum gleich. Gordon Moore stellte 1965 die Theorie auf, dass sich die Rechenleistung von Computern jährlich verdoppeln würde. Neuere Beobachtungen zeigen zwar, dass dies nur alle 18 Monate der Fall ist, letzten Endes sind diese Zahlen für unser Anliegen aber nur zweitrangig. Inwiefern sich diese Entwicklung in unserem Alltag äußert, lässt sich gut anhand der Zurück in die Zukunft Filme verdeutlichen.

Was uns Marty McFly und  Emmett 'Doc' Brown lehren können

Im ersten Teil der Filmreihe reisen Marty McFly und Emmett 'Doc' Brown aus dem Jahr 1985 durch die Zeit - ins Jahr 1955. Das sind 30 Jahre Unterschied. 30 Jahre, in denen sich schon so manches getan hat und die ersten Computer auf den Plan traten. Deren Leistung und auch ihre Bedeutung für den Alltag der allgemeinen Bevölkerung waren aber eher marginal.

Im zweiten Teil der Reihe wird es schon spannender für unsere Betrachtungen. Regisseur Robert Zemeckis und Drehbuchautor Bob Gale wagen den Blick in die Zukunft, genauer ins Jahr 2015. Ein Blick, der uns so manches darüber verrät, wie man in den 80ern die Zukunft gesehen hat. Ein Blick, der in manchen Punkten absolut daneben erscheint. Und ein Blick, der heute absoluter Kult ist. Aber vielleicht gerade, weil er so weit ab der Realität ist, wie wir sie heute kennen. Denn fliegende Hoverboards und sich selbst schließende Sneaker zeigen, dass die Digitalisierung eine untergeordnete Rolle in der Zukunftsvision der beiden spielte.

Ein Zeitreisender aus dem Jahr 1955, der im Jahr 1985 landet, würde sich vermutlich besser mit den technischen Neuerungen zurechtfinden, als ein Zeitreisender aus dem Jahr 1985 es im Jahr 2015 getan hätte. Zwischen beiden liegen jeweils 30 Jahre Entwicklung. Aber während sich Arbeitsmethoden und Unterhaltungsprogramm sowie deren jeweiligen Geräte bis 1985 nur gering weiterentwickelten, vereint 2015 ein einzelnes Gerät alles in sich, was in den 80ern noch auf viele verteilt war. Das Smartphone: es ist Schreibmaschine, Rechenmaschine, Film- und Fotokamera, Spiegel, Fernseher, Radio, Walkman, Postamt, persönlicher Sekretär, Terminkalender, Notizbuch, Kontaktbuch, Bibliothek, Videothek und Gesprächspartner. Und natürlich nicht zu vergessen: Telefon.

Was hat das jetzt aber mit dem Fortschritt der Digitalisierung zu tun? Ganz viel! Denn es lehrt uns, dass wir ihre weitere Entwicklung zwar in Zahlen und einer Wachstumskurve darstellen können, in welchen Konsequenzen sie sich aber letzten Endes entfaltet, ist Spekulation - die Digitalisierung ist gewissermaßen ein Zurück in die Zukunft! Wir können also nur erahnen, wie sich die Digitalisierung weiterentwickeln wird und was das für unsere Arbeit heißt. Aber was können wir daraus schließen? New Work muss vor allem eines sein: agil! Und diese Agilität kann insbesondere durch eines erreicht werden: New Work Spaces!

Was sind New Work Spaces?

Jetzt wo wir wissen, dass wir New Work Spaces brauchen, fragen wir uns: Was sind New Work Spaces? Als idealen Raum, kann man sich einen „leeren“ Raum vorstellen. Natürlich ist er nicht leer und natürlich bleibt er auch nie leer. Stattdessen gestaltet er sich so agil, dass man ihn jederzeit umbauen und an jede Situation angepasst nutzen kann. Mobile Wände, mit denen man einen Raum im Raum abgrenzen kann. Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten, die frei im Raum platziert werden können, sodass man innerhalb eines kurzen Augenblicks vom einzelnen Arbeitsplatz, zum Konferenzraum wechseln kann. Jeder muss konzentriert und ungestört und alleine vor sich hinarbeiten? Kein Problem! Anschließend möchte man in geselliger Runde mit den Kollegen den Abend ausklingen lassen und das Finale der Weltmeisterschaft schauen? Ebenfalls kein Problem!

Natürlich ist nicht jedes Büro, aus dem man alle Schreibtische räumt und die Wände rausreißt gleich agil. Und natürlich muss auch kein Büro in einer solch extremen Weise umgebaut werden – in vielen Räumlichkeiten ist es zum einen gar nicht möglich, zum anderen aber in diesem Umfang auch gar nicht erwünscht.

Aber keine Sorge: Arbeitsumgebungen können verändert werden. Und das ist gar nicht mal so aufwendig oder kompliziert, wie es vielleicht klingen mag. Zudem bietet sich in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, frischen Wind in die eigenen Büroräume zu bringen. Bei einem Neubau ist die Gestaltung selbstverständlich am freiesten. Aber auch Renovierungen oder Umzüge bieten eine optimale Gelegenheit, ein altgediente Büro in ein New Work Space umzuwandeln.

Und was heißt das jetzt?

Die Digitalisierung verändert das gesellschaftliche Miteinander und die Art und Weise, wie wir arbeiten. Freiheit, Unabhängigkeit, Vernetzung und die Möglichkeit, auf Veränderungen reagieren zu können, spielen eine immer größere Rolle. Räume müssen also neu gedacht werden. Agil müssen sie auf jede Veränderung reagieren können. Das macht sie nachhaltig. Nachhaltig nutzbar und immer auf dem Höhepunkt der neuesten Arbeitsmethoden. Auf dem Höhepunkt der New Work - bereit für die Zukunft!

Quellen:

New Workspace Playbook. Das unverzichtbare Praxisbuch für neues Arbeiten in neuen Räumen. Dark Horse Innovation. Hamburg. 2018.

Eine kurze Geschichte der Digitalisierung. Führung erfahren. https://fuehrung-erfahren.de/2018/07/eine-kurze-geschichte-der-digitalisierung/

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